Veni, Vidi, Vici – die Trilogie ist perfekt: Mit „Veni“ ist Danny Fresh als Solokünstler 2006 vehement in die deutsche Hip-Hop-Szene gekommen, auf „Vidi“ ließ der Wahl-Mannheimer Revue 2007 passieren, was er dort, in der Welt und vor seiner Haustür gesehen hat. Jetzt hat er also gesiegt – das ist kein Ausdruck von Cäsarenwahn, belegt durch ein dickes Konto, protzige Statussymbole und irgendwelchen anderen Bling-Bling. Im Gegenteil: Danny Fresh hat etwas ganz anderes gewonnen – Souveränität. „Der Titel ,Vici’ ist insofern Programm, dass ich es geschafft habe, mich über alles hinwegzusetzen, was nur scheinbar wichtig ist. Musiktrends, Erfolg, Verkäufe – das ist mir alles egal.“ Ausformuliert in „Kannst du sehen?“, einer Art thematischen Titelsong von „Vici“ mit Zeilen wie „Ich hab gesiegt über den Dauerblick auf die Charts, spitte meine Texte über meine Beats – und das war’s.“

Der Sieg des 31-jährigen Rappers besteht aber auch darin, „das mein Album so klingt, wie ich es haben wollte“. Organische Sounds dominieren, es gibt nichts Synthetisches, Rap-Features sucht man vergeblich. Es soll sich anfühlen wie alte Soul-Musik von Motown, Stax oder Atlantic. Zeitlos. Mit Sounds, die man noch in 20 Jahren hören kann, weil sie von Instrumenten stammen, die schon vor 20 Jahren Pop-Klassiker geschaffen haben. „Wer Club-Tracks oder Battle-Raps hören möchte, ist bei mir falsch. Wer gute Texte, gute Musik und guten Input will, also ein positives Hip-Hop-Album, der soll sich die Platte kaufen.“ Nach Sido und Bushido muss man das fast Alternative-Rap nennen, zumal Danny Fresh nicht daran denkt, aus dem Deutsch-Rap-Jammertal in andere Stile zu flüchten. „Es waren zwar Überlegungen da, meine Gesangsstimme mehr einzusetzen. Aber wenn ich mich dann ernsthaft hinsetze, wird es dann doch Hip-Hop.“

Er muss sich auch nicht an Trends orientieren, denn „Vici“ ist die Arbeit eines unabhängigen Künstlers im wahrsten Sinne des Wortes. Der kann guten Gewissens im ironischen Branchen-Rundumschlag „Zahl’ nix dafür“ die Zeile „ich leb nicht von verkauften Scheiben“ rappen, denn seine handwerklichen Fähigkeiten halten ihn trotz Finanz-, Branchen- und Genre-Krise zuverlässig über Wasser – mit Konzerten, Workshops, Unterricht an der Popakademie, der Arbeit im eigenen Studio im Kreativkomplex der Söhne Mannheims oder die Firma 3 einige Stylez. Sein News Rap beim Radiosender BigFM, der das Weltgeschehen der Woche in Reimform gießt, ist kultverdächtig, der aus spontaner Betroffenheit geschriebene Track über den Amoklauf in Winnenden „Was kann dieser Tag ändern?“ sprach den Hinterbliebenen der Opfer derart aus dem Herzen, dass sie ihn zum Mottosong ihres Aktionsbündnisses machten. Songs und Texte zu schreiben, die bewegen und etwas bewegen, ist die größte Stärke von Danny Fresh. Trotzdem transportiert seine Musik immer good vibrations: „Auch wenn die Themen anspruchsvoll und ernst sind, muss die Musik einen ja nicht runterziehen.“ Auch das ist gute, alte Soul-Tradition. Wie stimmig Danny Fresh sie umsetzt, ist sein größter Sieg. Hatte in den vergangenen Jahren Features mit: Xavier Naidoo, Olli Banjo, Cassandra Steen, PalOne und Anderen.
Konzerte als Opener oder Gemeinsam mit: Curse, Xavier Naidoo, Rolf Stahlhofen, Samy Deluxe, D-Flame, Jan Delay, Max Herre und Andere.
Danny Fresh gibt neben seinen Konzerten auch Seminare an Schulen und Jugendzentren.