Wir schreiben das Jahr 1995. Ein Wiesbadener Szenecafe feiert ein Straßenfest. Die Livemusik kommt von einer neuen Wiesbadener Skaband. Erstes Konzert von Frau Doktor.

Nun, die Anfangsformation von Frau Doktor (Schlagzeug, Bass, Gitarre, Orgel & Gesang) hielt es nicht lange im Proberaum. Das Ergebnis war bestechend. Viel Spaß und jede Menge Möglichkeiten, die einem der Offbeat bot. Sixties Skasongs wurden gecovert und man verskate alte Klassiker wie „Strychnine“ von den Sonics. Die ersten eigenen Stücke mit deutschen Texten klangen nach Rocksteady. Die Punkwurzeln der Musiker trugen ihren Teil zum Sound bei.

Doch das war nicht genug. Man wollte mehr Musik, mehr Musiker, mehr Party, mehr ausprobieren. Es folgte das erste Demotape, welches mit zwei Bläsern aufgenommen wurde. Das Zweite kam im Dezember ´96. Ein Jahr darauf folgte die erste CD „Süße Skamusik“. Selbstveröffentlicht und erfolgreich ! Deutschsprachiger Ska kam gut an, also blieben die Jungs dabei.

Mit der CD ging´s eigentlich erst richtig los. Jetzt konnte live alles geboten werden: Bläsersatz, Orgel, mehrstimmiger Gesang, eben alles was Ska ausmacht. Frau Doktor bereiste das ganze Land und es sprach sich rum, daß die Band live hielt, was die CD versprach.

Im März ´98 gingen die sieben Freunde wieder ins Studio und nahmen ihre zweite Platte auf. Ein Plattenvertrag wurde bei Wolverine unterschrieben und die CD „Muss“ wurde im Juli ´98 veröffentlicht. Ab hier nahm das ganze andere Formen an. Interviews, Drogen, Alkohol, Besprechungen, Festivals, Tourneen…… . Für alle mehr als ein Hobby. Aber der Spaß blieb immer im Vordergrund.

Die Liebe zum soften Rocksteady oder traditionellen Instrumentals machte es möglich auch mal auf einer Hochzeit „normales Publikum“ zu begeistern. Doch nach wie vor ist der heiße Club mit Ska-Punk-Spaß-Publikum der bevorzugte Auftrittsort, denn hier ist Liveshow gefragt und das ist nach ca. 250 Konzerten das, was der Band liegt und Spaß macht. Da ist es egal ob 100 oder 1000 Leute, ob die Bühne 30 oder 60 qm groß ist.

Mittlerweile verstärkt durch feste Mitglieder an Orgel, Percussion und Posaune ging es Ende 1999 wieder ins Studio. Ergebnis: das zweite Album „DAUERCAMPER“ (auf Elmo-Records), diesmal auf CD u n d Vinyl (yes!). Entstanden ist das gute Stück in Schaffhausen (CH), im Studio von und in Zusammenarbeit mit Olivr M. GUZ (die Aeronauten). Diese Platte und die mittlerweile entstandene Freundschaft zu Barcelona’s „DR. CALYPSO“ führte die Band 2001 auf eine kleine aber unvergessliche Tour durch Spanien. Stand der Dinge im Herbst 2002: Das neue Album „PENNER SUPERDISCO“ (Üni: „it’s the best stuff we’ve ever recorded“), wieder in Schaffhausen produziert (never change a grinnig team), wurde neben alten Hits auf der gerade erfolgreich beendeten Tournee durch Deutschland und die Schweiz präsentiert. Band und Publikum kamen mancherorts ganz schön in’s schwitzen. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie wahrscheinlich noch heute.