„Jetzt wächst wieder zusammen, was zusammen gehört!“ So kommentierte ein Fan des legendären Quintetts den Wiedereinstieg des Frontmannes Paddy Schmidt, dessen Schöpfung Paddy Goes To Holyhead in den Neunzigern ein keltisches Feuerwerk nach dem anderen abbrannte.

Mit Paddy Schmidt (Gesang, Gitarre, Mundharmonika), Kalle Spriestersbach (Drums, Percussion) und Jo Naumann (Akkordeon, Keyboards, Gesang) stehen drei Aktivisten der PGTH-Topbesetzung von 1992 bereit, an alte Erfolge anzuknüpfen. Mit dem Bassisten Uwe „Uhu“ Bender verbindet die Band eine lange private und musikalische Freundschaft und die junge Nicole Ansperger wird als Top-Geigerin den wichtigen Part der Solo-Instrumentalistin einnehmen.

„Das wird ein heisser Sommer“ , freut sich Hansi Funck, der als Manager ebenfalls seit 1992 die Geschicke der Band leitet, „einige Superkultstätten habe nach Bekanntwerden der Sensation bereits Anfragen an die Band gestartet!“ Die Triebfeder des Erfolgs waren nicht allein Schmidts markante und rauchige Whiskystimme, der Einsatz der elektrischen Geige als Soloinstrument, die Anlehnung an keltisch/irische Ornamentik und die konsequente Umsetzung der Songs aus aktuellen und geschichtsträchtigen Themen – es war die natürliche volksnahe Ausstrahlung des fröhlichen Quintetts, das sich in unermüdlicher Präsenz in die Herzen der Zuhörer spielte. Tausende Livekonzerte erzählen Geschichten von Liebe und Leid, Fernweh, Krieg und Frieden. Und genau diese Themen waren es, die Lieder wie „Here’s To The People“, „Titanic“, „Bound Around“, „Doolin“ u. v. a. zu Radiohits und Dauerbrennern gemacht haben.

Als „formatuntaugliche Spartenmusik“ von der Musikindustrie betitelt, zogen Paddy Goes To Holyhead erstmals mit Ihrem Longplayer „Ready For Paddy?“ in die Deutschen CD-Charts ein, deren Titel „Johnny Went To War“ sich damals beim Radiosender SWF3 über ein Jahr in den Top-Ten hielt. Und auch in Dutzenden Fernsehshows konnte das PGTH-Logo, das grüne Notausgangsmännchen, gesichtet werden. Trotzdem: Der Zeitenwandel ging nicht spurlos an den „Paddies“, wie die Formation liebevoll von ihrer zahlreichen Anhängerschar genannt wird, vorbei. Frontmann Schmidt verließ nach 13 Jahren seine Bandheimat um sich parallel auch einer Solo- und Entertainmentshow zu widmen und Kollege Jo Naumann schrieb Computerbücher. Doch als Jahre später der Ruf die Exilanten ereilte, wurde nicht lange gefackelt. Gereift sind sie, die Paddies von heute. Ihrer unbändigen Spielfreude tut das keinen Abbruch. Aber in ihre Musik, die sie wieder zurückführen wird in die verspielte, erdige und fröhliche „Ready For Paddy-Zeit“, lassen sie sich so wenig reinreden wie zuvor. Und das ist auch gut so.